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Landesjazzpreis an Bernd Konrad

im Theaterhaus Stuttgart am 28. März 2018

31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage:  31. Internationale Theaterhaus Jazztage: 

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Bernd Konrad, sax
Paul Schwarz, p
Herbert Joos, tp
John Surman, sax
Michel Godard, tb
Donat Kubrinski, tb
Greetje Bijma, voc
Günter Baby Sommer, dr
Mike Kersting, dr
Paul Schwarz, p
Günter Lenz, b
Sebastian Gramss, b
Frank Kuruc, g
Albrecht Maurer, v

In mir ist noch so viel Musik, die muss raus!

So lautet Bernd Konrads Statement, nachdem er am 28. März 2018 den Jazzpreis des Landes Baden-Württembergs erhielt, einen Sonderpreis für sein Lebenswerk. Zuvor hatten im Stuttgarter Theaterhaus dessen Leiter Werner Schretzmeier, Thomas Staiber, Journalist Thomas Staiber und Staatssekretärin Petra Olschowski ihre Wertschätzung für diesen Ausnahmemusiker kundgetan. Alle salbungsreichen Worte tun der Musikerseele gut und werden von Konrad in seiner Dankesrede auch gewürdigt. Mehr als Worte jedoch auszudrücken vermögen, tut es die Musik jedoch selbst. "Musik ist mehr als Klang, Ton und Struktur; Musik ist gelebte Menschlichkeit und Jazz Befreiung!", so lautet Konrads Zusammenfassung.

Bevor er sich ins Universum der Töne begibt, liest er einführend ein paar Zeilen aus "Der Wal", eine Komposition, die er 1978 für das damalige Erwin Lehn Orchester geschrieben hat. Zum Piano Intro fügt er ein paar Schnalztöne auf dem Baritonsaxophon hinzu und mäandert sanft um Pianophrasen herum, bevor das Jugendjazzorchester Baden Württemberg, dessen Leitung er an Prof. Rainer Tempel übergeben hat, mit einem plötzlichen Tutti die lyrische Stille durchbricht. Nun kommen seine bekannten High Notes bis hoch in schwindelerregendes Pfeifen, die sich mit den knarzenden Mitten dieses Instrumentes abwechseln. Nachfolgend wird ein Sopransaxophon in den Resonanzkörper des Flügels geblasen und letzte süßliche Licks führen zum Finale mit der Bigband.

Als Menschen mit großem Herzen bezeichnet ihn Katharina Krebitz und als Freund der für jeden da ist. Der ehemaligen Studentin und Sängerin des Landesjazzorchesters gehört nun die Bühne. Begleitet wird sie von Gitarrist Roman Spilek, der sie sanft mit durchsichtigen Harmonien und Elektronik durch dieses Programmteil trägt. Vor der Pause kommt Konrad wieder auf die Bühne, diesmal mit Herbert Joos (Trompete/Flügelhorn) und Paul Schwarz (Piano), der den erkrankten Wolfgang Dauner vertritt. Die drei kennen sich mindestens ein halbes Leben lang, entsprechend das musikalische Verständnis füreinander! Nach einem Sopransax/Piano-Intro zeigt Konrad was er auch aus dem Effeff beherrscht: Permanent Breathing! Ohne abzusetzen läuft er durch die Zuschauerreihen, gefolgt von staunenden Blicken. Bari-Sax und Trompete spielen danach im besten Sinne des Wortes miteinander bevor das musikalische Zwiegespräch mit einem kraftvollen Schlusston endet.

Zweiter Teil des Abends: 12 Musiker treten zusammen in Aktion. Unter ihnen klangvolle Namen wie Michel Godard (tb), Günter Lenz (b), Mike Kersting (dr), Baby Sommer (dr), Greetje Bijma (voc) oder John Surman, nur um die bekanntesten zu nennen. Die Stimm-Akrobatin Bijma zeigt dabei ein Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten auf, wie man es auch von Konrads Ausflügen in ungewöhnliche Klangwelten kennt. Ziegengleich meckernd, rauchig tief und Jodelsounds; fast nichts was sie auslässt. Eine Stimme, der scheinbar keine Grenzen gesetzt sind! Ebenso speziell ein Geigensolo von Albrecht Maurer: Seine gestrichenen Noten und Pizzicatos garniert er unisono mit seiner Stimme und schraubt sich dabei in wahnwitzige Höhen. Wäre noch ein überaus geniales Sopransaxophon-Solo von John Surman zu erwähnen, der nicht zu den Musikern zählt, die zu Konrads stetigen Wegbegleitern gehörten. Entsteht hier eine neue musikalische Freundschaft?

Ans Aufhören denkt hier sowieso noch niemand. Einmal Musiker, immer Musiker! Konrad ist ja auch erst 70 und wird sein Horn nicht so schnell zur Seite legen. Nur im Alltag am Bodensee lässt er es etwas ruhiger angehen. Musikhochschule war gestern, heute komponiert er viel und ist für neue Begegnungen offen. Dass er diesen Preis verdient hat, darüber ist nach dreieinhalb Stunden Performance keiner mehr im Zweifel. "Professor Bernd Konrad ist als Musikerpersönlichkeit ein globaler Botschafter für Jazz made in Baden Württemberg" heißt es im Grußwort der Staatssekretärin. Was bleibt dem noch hinzuzufügen!

Bernd Epple



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